Lyrics meines Lebens
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The cry of the lone wolf

"Everybody told me to walk away
Though you made me feel good.
I was just a fool, didn’t hear them say
Love is like a wild wood."

Wie oft habe ich diesen Rat gehört. „Nimm Abstand von ihm. Diese Freundschaft ist nicht gut für dich. Er zieht dich immer weiter in die Sache mit rein.“ Aber ich kann doch einen guten Freund, meinen besten Freund nicht so gehen lassen. Nicht ausgerechnet jetzt, wo es ihm so schlecht geht. Außerdem mag ich ihn doch immer noch. Ja, er hat sich verändert. Und ja, wir haben nicht mehr ein so inniges Verhältnis zueinander. Aber das machen die Drogen. Er ist ja nicht so. Und gemeinsam schaffen wir das. Dachte ich immer. Aber mit der Zeit habe auch ich gemerkt, dass er das Problem nicht sieht. Dass er sich nicht ändern möchte. Und dass ich rein gar nichts ausrichten kann. Und trotzdem fällt es mir nicht leicht ihn gehen zu lassen. Was ist wenn ich ihm mit der Entscheidung, Abstand voneinander zu nehmen so wehtue, dass er nur noch weiter abstürzt? Was ist, wenn ich nicht da bin, wenn er mich braucht? Was ist, wenn ich zu weit weg bin, so dass ich nicht merke, wenn er mich braucht?
Einerseits diese starken Gefühle. Wie Bruder und Schwester. Eine unglaublich enge Freundschaft. Bis dahin immer, in allen Lebenslagen füreinander da. Andererseits merke ich, dass er mich immer weiter in diesen Sumpf mit hineinzieht. Ich weiß zu viel. Ich zeige erste Anzeichen einer Co-Abhängigkeit. Das möchte ich nicht. Ich, als angehende Psychologin, hatte häufig genug mit Angehörigen Süchtiger zu tun. Und immer wieder gebe ich ihnen Ratschläge, die ich nun selber nicht berücksichtige. Zum ersten Mal spüre ich, wie es diesen Angehörigen geht. Und selber diese Ratschläge umzusetzen ist so schwer. Ich nehme ihn immer wieder in Schutz. Ich erzähle anderen Freunden, dass er sich ändern wird. Dass wir das zusammen schaffen. Dass er stark ist und irgendwann selber verstehen wird, dass er damit sein Leben verbaut. Die Realität sieht anders aus. Immer wieder versucht er mir zu verklickern, dass ich selber ein Problem habe und ihm nur etwas einreden möchte. Zudem schafft er weder Studium noch seine Arbeit zu erledigen. Er ist aggressiv, zeigt starke körperliche Symptome. Er hat Wahnvorstellungen und lebt nur noch für die nächste Dröhnung. Ich kann da nichts ausrichten, so gern ich das möchte. Es macht mich traurig zu sehen, dass so kleine Pillen einen Menschen so stark verändern können.
Ich glaube, auch ich hätte einer Freundin/einem Freund geraten, die Freundschaft zu beenden. Aber wenn man selber den Rat bekommt, möchte man das nicht hören.

"They told me not to listen
to the cry of the lone wolf.
Next time I won’t listen
to the cry of the lone wolf."

Ich hab es mehrfach probiert, ihm zu sagen, dass ich die Freundschaft so, wie sie im Moment ist nicht mehr haben möchte. Ich habe ihm gesagt, dass sich etwas ändern muss, dass ich das so nicht schaffe und auch, dass er ein Problem hat, dass gerade sein ganzes Leben verändert. Zeitweise habe ich es geschafft, mich nicht mehr bei ihm zu melden, aber immer wieder, wenn wir uns über den Weg gelaufen sind, wenn er angerufen oder geschrieben hat, irgendwann bin ich immer wieder schwach geworden.
Irgendwie tue ich mir mit der Entscheidung selber mehr weh, als zu sehen, dass er kaputt geht. Und die anderen haben schon recht, damit dass ich immer wieder für ihn da bin, zeige ich ihm, dass es so funktioniert, dass er trotz seiner Drogen auf mich zählen kann. Ich unterstütze ihn in gewisser Hinsicht. Immer wieder sage ich mir, dass ich beim nächsten Mal nicht mehr schwach werde und ich werde es doch.
Warum ist das so schwer? Warum kann ich ihm nicht helfen? Und warum halte ich an einer solchen Freundschaft fest? Ich bin doch schon lange nur noch die zweite Wahl. Die Drogen sind seine Nr.1.
(Zitate aus The cry of the lone wolf - Katie Melua)
28.12.14 14:39





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